Melga Kocho

Das Leben in Melga Kocho

Kocho war bis vor Kurzem ein fast vergessenes kleines Dorf 4 km abseits von der nächsten Provinzstraße, einer Schotterpiste, auf der man selten schneller als 30 km/h fahren kann. Die Bewohner leben zumeist von Landwirtschaft für den Eigengebrauch und einzige Einnahmequelle ist der Verkauf von Chad, einem Strauch, dessen Blätter eine aufputschende Wirkung haben und die gern von der muslimischen Bevölkerung im In- und Ausland gekaut werden.

Sie selbst ernähren sich hauptsächlich von Enzett, auch Falsche Banane genannt, einer bis zu 5 m hohen Staude, deren Knolle eine Stärke und Eiweiß enthaltende Masse enthält, welche zu einem wohlschmeckenden körnigen, leicht säuerlich schmeckenden Brei verarbeitet wird.

Armut und Bildungshunger

Die Armut in den Dörfern Äthiopiens sieht völlig anders aus als in den Städten. Hier herrscht noch großer Kinderreichtum vor und die nächste Schule ist für kleine Kinder viel zu weit. Selbst wer den 3 km weiten Fußweg morgens und nachmittags schafft, den erwartet dort eine Schule mit Klassengrößen von bis zu 120 Kindern. Demzufolge ist der Lernerfolg auch nach mehrjährigem Besuch oft sehr bescheiden.

Dennoch ist der Bildungshunger der meisten Kinder unbeschreiblich groß und ihnen einen Kindergarten (Kindergärten gibt es kaum in Dörfern) und eine Grundschule zu bauen und der nächsten Generation zur Verfügung zu stellen, ist uns eine große Freude.

Und so kam es zu der Idee, eine Schule im Dorf zu bauen:

Kocho ist der Geburtsort von Ruth Betz und die Wirkungsstätte von Ruths Vater Kemere Enna, der als Missionar, des Lesens und Schreibens mächtig, die erste kleine Klasse für junge Sidamos ins Leben rief.


Ca. 50 Jahre später wird nun der Wunsch von Kemere Enna durch seine Tochter Ruth und ihren Ehemann Klaus Betz unter Mithilfe von vielen Partnern Wirklichkeit, auch den Sidamos von Anfang an eine sehr gute Schulausbildung zu vermitteln und den Kindern nicht nur als Bauern und Viehhirten eine Zukunft zu geben, sondern ihnen auch eine intellektuelle Laufbahn zu ermöglichen.

Entwicklung der Infrastruktur

Es wurde ein Grundstück von den Sidamos gekauft und eine Straße zur Schule und in den nächsten Ort gebaut. Es gibt noch keinen Strom, und Wasser muss von einer Zapfstelle per Esel oder auf dem Rücken von Frauen 40 Minuten bergauf transportiert werden.

Ein eigener Tiefenbrunnen würde 13.000 Euro kosten. Das ist zwar viel Geld, aber können Sie sich eine Schule ohne ausreichend Wasser vorstellen?